etzte Änderung: 01.05.2011 |
||
Birgit Boddin
Läuferin
|
||
| Einführung | Mein erster Wettkampf |
| Nach meinem erfolgreichen
10km Lauf in Göttingen am 14.04. hab ich mich an den Halbmarathon herangewagt. Ich
wußte daß ich 20km am Stück laufen kann ohne zu leiden. Das habe ich alleine hier im
Wald schon gemacht. Mit schlechten Wegstrecken, einigen Höhenmetern, kleinen Gehpausen
und mit Anhalten und Überlegen welches der richtige Weg ist, brauche ich für 20km
ungefähr 2:20h. Das fand ich öffentlichkeitstauglich und dann hab ich unseren
Teamchef gefragt ob er mit mir läuft. Er hats getan und das war ein beruhigendes
Gefühl nur zu laufen und um alles andere hat Erwin sich gekümmert. Aber der Reihe nach: Am Vortag bin ich angereist, weil wir nicht angemeldet waren und Nachmelden am Tag des Laufs fand ich zu stressig. Außerdem wollte ich auch Zeit haben die ganze Läuferszene auf mich wirken zu lassen, da ich ja noch nie an einem Marathon teilgenommen hatte. Das Wetter war mies, Regen die ganze Zeit. Am Eingang des Messezeltes triefte das Wasser in Fäden herunter und alles lief mit Kapuzen oder Schirmen umher, aber mit verhalten fröhlichen Gesichtern. Das kann ja auch unmöglich noch bis morgen so weiter regnen! Die Anmeldung war auch im Messezelt, alles war voll von Laufschuhen, Laufklamotten, Läuferdrinks, Laufaccessoires, dazwischen Läufer, Läuferinnen und deren Angehörige, ich habe noch nie so viel Laufzeug an einem Platz gesehen. Sehr beeindruckend. Und als Läufer trägt man anscheinend auch wenn man nicht läuft seine Laufschuhe. Ausser mir. Mit meinen zivilen unsportlichen Schuhen bin ich mir richtig verkleidet vorgekommen. Keiner sieht, daß ich morgen hier meinen ersten Halbmatathon laufen werde. Um mir in Ruhe irgendwelche Sachen anzusehen war ich zu aufgeregt. Ich hab nur so getan als ob. Also zur Anmeldung und zwei Bögen ausgefüllt, für Erwin gleich mit, der mit mir den halben und mit einem Freund dann noch den ganzen Marathon laufen wollte. Und dann nach einer halben Stunde im Gewühl des Anmeldebereichs hatte ich meinen Chip in der Hand. Meinen eigenen Chip. Wow! Da hab ich erst gemerkt wie sehr ich mir das gewünscht habe, bei einem Marathon mit zu laufen. Ich bin aus dem Zelt geschwebt und hab mich erst mal tierisch gefreut und den Chip immer wieder aus der Tasche geholt und angeguckt und ihn erst am nächsten Tag feierlich am Schnürsenkel befestigt. Am Tag des Laufs sind wir alle pünktlich zur Stelle, d.h. fast zu pünktlich, denn der gesamte riesige Parkplatz schienen schon vollgeparkt zu sein, aber irgendwo gibt es immer noch eine Parklücke extra für mich, nur die mußte erst mal gefunden sein und danach war Beeilen angesagt. Umziehen, d.h. lange Sachen aus, wir laufen oben und unten kurz, weil das Thermometer zeigt mehr als 7 Grad und es ist erst halb 9. Ein paar Minuten frieren vor dem Start ist viel besser als 2 Stunden zu heiß laufen. Erwins Freund getroffen, dehnen, noch extra eine Treppe suchen für die Achillessehne, und wo ist jetzt der Start? Da hinten die Stufen hoch, über die große Kreuzung, da stehen sie alle und es wird schon fleißig ins Mikrofon gesprochen. Nur kriege ich vom Text überhaupt nichts mit, halte mich in dem Gewühle an Erwin und wir drängeln uns noch schnell ganz vorn am Rand hinter das Absperrband. Fast stehen wir hinter den 5 jungen Kenianern, die heute das Rennen machen werden. Ich kann nichts sehen, alle sind größer als ich. Das ist immer so in Menschenmengen. Eine Starthymne wird abgespielt und los gehts. Da wir ganz vorne starten, werden wir natürlich von Tausenden überholt. Die ersten zwei Kilometer muß ich aufpassen, daß ich nicht von hinten umgerempelt werde. Es sind zwar die meisten vorsichtig, aber viele drängt es auch mit Macht nach vorn. Uns nicht, wir laufen langsam los mit dem Ziel von 2:15h, und pendeln uns recht bald auf eine Zielzeit von 2:00h ein. D.h. Erwin guckt auf die Uhr, ich gucke nur ab und zu auf den Pulsmesser, und so gut es geht in mich hinein. Trotz der tausend Füße und Atemrhythmen um mich herum in meiner Mitte bleiben, das ist die Kunst. Mich nicht von Schnelleren ziehen lassen, gleichmäßig laufen, auch wenn mir die Ohren gellen von den Trillerpfeifen der Zuschauer, trotz all der Eindrücke nichts denken, nur laufen, n u r laufen. Da hilft mir zwar meine Meditationserfahrung, aber trotzdem lasse ich mich auch immer wieder hin- und mitreißen. Erwin bremst mich dann und holt mich wieder auf den Boden. Die ersten drei km war mir noch kalt, das Laufen ging besonders schwer, ausgerechnet heute, aber das war halt so und ich mußte es akzeptieren. Dann wurde ich langsam warm und munter, bis km 10 war alles o.k. Danach gings wieder schwer, ich war ein wenig müde, bin aber einfach weiter getrabt und habe mich auf etwas anderes als meine müden Beine konzentriert. Bei km 13 hat Erwin einen Witz erzählt, das hat mich dann wieder so weit aufgeweckt, daß ich locker weiter gelaufen bin, und ab km 15 ging mir wieder richtig gut. Das Ende kalkulierbar in Sicht, hin und wieder nettes Publikum, sogar manchmal welche mit Trommeln, einen tollen Coach dabei, ach was ist das Leben schön! Ab km 17 oder 18 haben wir noch ein, zwei Briketts aufgelegt und noch einige Läufer überholt. Jetzt konnte ja nix mehr schief gehen, und am Ende haben wir noch einen richtigen Spurt hingelegt. Das ist ein besonders tolles Körpergefühl, wenn es am Ende eines langen Laufes noch für einen Spurt reicht. Das war er also, mein erster Halbmarathon. Ich fühlte mich ein wenig wacklig auf den Beinen, und durcheinander im Kopf. Habe vergessen mir eine Medaille abzuholen, keine Banane mehr abgekriegt, und auch nichts zu trinken, wollte sofort erst mal aus dem Rummel raus, bin zum Auto gegangen, habe (leider nur) notdürftige Dehnübungen gemacht, die klatschnassen Sachen gewechselt, einen Liter Apfelsaft getrunken, war zu faul, die Duschen zu suchen, und hab mich statt dessen in mein Auto gesetzt und alles noch mal auf mich wirken lassen. I c h in W ü r z b u r g beim H a l b m a r a t h o n. Und nun war er schon vorbei. Ich habe es gut geschafft, in 2:01h. keine Blasen, keine Schmerzen, nur tierisch müde. An dieser Stelle muß ich mich unbedingt nochmal ganz ganz fest bei Erwin bedanken, der mir so viel Marathonarbeit abgenommen hat: beim Start beschützen, beim Überholen voraus laufen, Wasser zum Trinken holen, im richtigen Moment Witze erzählen, die Zeit überwachen, bremsen, anfeuern, je nach dem, Kurzum: DANKE !! Ein bischen Statistik von ChampionChip (Halbmarathon):
|
|
|||||
| zurück zur Startseite "Team Bittel" / Impressum |
| Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen
wir keine Haftung. Copyright © 2001 / 2014 team-bittel.de Alle Rechte
vorbehalten. Ausgewiesene Warenzeichen und Markennamen gehören ihren jeweiligen
Eigentümern. 2. Nutzung und Weitergabe personenbezogener Daten: Soweit Sie uns personenbezogene Daten zur Verfügung gestellt haben, verwenden wir diese nur zur Beantwortung Ihrer Anfragen, zur Abwicklung mit Ihnen geschlossener Verträge und für die technische Administration. Ihre personenbezogenen Daten werden an Dritte nur weitergegeben oder sonst übermittelt, wenn dies zum Zwecke der Vertragsabwicklung erforderlich ist, dies zu Abrechnungszwecken nötig wird oder Sie zuvor eingewilligt haben. Sie haben das recht, eine erteilte Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft jederzeit zu widerrufen. Die Löschung der gespeicherten personenbezogenen Daten erfolgt, wenn Sie Ihre Einwilligung der Speicherung widerrufen, deren Kenntnis zur Erfüllung des mit der Speicherung verfolgten Zwecks nicht mehr erforderlich ist oder deren Speicherung aus sonstigen gründen unzulässig ist. 3. Auskunftsrecht: Auf schriftliche Anfrage
informieren wir Sie gern über die zu Ihrer Person gespeicherten Angaben. |