etzte Änderung: 01.05.2011 |
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Birgit Boddin
Läuferin |
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| Einführung | Mein erster Halbmarathon |
| So. jetzt ist es endlich
passiert. Ich hab mich getraut und bin einen 10-km-Lauf mitgelaufen, unseren
alljährlichen Volkslauf in der nächstgelegenen Stadt, Göttingen. Eine Woche vorher hatte ich mich angemeldet, ganz plötzlich, ohne Nachdenken. Danach kamen die Bedenken: Was wenn ich letzte werde? Das wollte ich auf keinen Fall. Und eigentlich wollte ich die Strecke auch ganz gern schon unter einer Stunde laufen. So viel Ehrgeiz muss sein. Ich wusste nicht wie schnell ich laufen kann wenn es sein muss. Ich laufe immer meine Strecken durch den Wald, in dem Tempo das mir gefällt. Ich weiss nur so ungefähr wie lang die Strecken sind und meistens gucke ich auch nicht so genau auf die Uhr. Aber bevor ich mich jetzt in Göttingen blamiere, musste ich das unbedingt genauer herauskriegen. Also habe ich mir eine 2,5km-Strecke mit dem Autotacho abgemessen und bin die dann wettkampfmässig 2mal hin und her gelaufen. Und siehe da: Bei einem Puls von 175 in 57 min geschafft. Und ausserdem sind die Strecken bei uns in Adelebsen alle bergig und in Göttingen ist es flach. Da war ich erst mal beruhigt und bin dann letzten Sonntag fröhlich pfeifend zum Wettlaufen gegangen. Meine Vorbereitung bestand aus dreierlei: dem 10-km-Test, wie oben beschrieben, einer Pulsfrequenz-Vorgabe und dem festen Vorsatz, meditativ, leicht und locker zu laufen - und schnell. Das Wetter war nicht so toll, Nieselregen, 8 Grad. Aber beim Laufen ist es mir egal ob ich von aussen oder von innen nass werde. Bei Regen kann ich mit Wasserkühlung losrennen. Hat Vorteile. Leider brauche ich dann auch ein Cappi, wegen dem Schirm, da ja Scheibenwischer für Brillen noch nicht erfunden sind. Zuschauer waren wenige da. Die froren unter den Regenschirmen. Trotz des Wetters waren über 500 Läufer am 10-km-Start. Ich hab mich nach hinten gestellt, wer weiss was es für Gerempel gibt und ich bin hier ganz allein. Das war insofern weise, als ich dann auf der Strecke nicht oft überholt wurde, selbst aber viele überholt habe. Das hat Spass gemacht und motiviert. Es ist ein tolles Gefühl, leicht und locker grosse sportliche Männer zu überholen! Gerempel hat es überhaupt nicht gegeben, es war immer Platz genug, sogar auf den Strecken mit Gegenverkehr, alle sind rechts gelaufen, die Helfer mit den blauen Fahnen waren da und das Feld war da schon so weit auseinander, dass es keine Probleme gab. Einer der schönsten Momente des Laufs war für mich die Begegnung mit den Spitzenleuten, die uns zwischen km 4 und 6 schon wieder entgegen kamen. Wie die Geparden liefen die und so was schönes zu sehen.... ach ich kanns gar nicht beschreiben. Ich habe mich an meine Vorgaben gehalten. Bin die ganze Zeit mit einem Puls um die 180 gelaufen. Das fühlt sich gut an und ich weiss dass ich den eine Stunde durchlaufen kann. Habe meinem Körper vertraut, der den Lauf schon machen wird, und mein Geist war meistens mit der Vorstellung beschäftigt, auf die Luft rauf zu laufen. Dadurch werden die Schritte immer leichter, das klappt tatsächlich. Zwischendurch habe ich mich auch vom Vordermann ziehen lassen, was bei mir noch nicht so gut klappt, oder mir vorgestellt, dass mein Coach mich schiebt, wie im Sessellift, was wunderbar klappt und mich leichter und schneller macht. An den Km-Markierungen habe ich jedes Mal auf die Uhr gesehen und mich gefreut wie gut ich in der Zeit liege. Unter einer Stunde war locker zu schaffen! Das hat mich riesig gefreut und beflügelt. Bei km 8 hab ich dann noch mal Gas gegeben, ich wusste für die letzten 2 km reicht die Kraft auf jeden Fall. Allerdings war mir dann so heiss, dass ich unbedingt den Pulli ausziehen musste, auf dem die Startnummer befestigt war. Sehr unpraktisch. Besonders beim Zieleinlauf mit Pullover auf nasser Haut zu kämpfen. Also nächstes Mal renne ich gleich im Hemdchen oder befestige die Startnummer an der Hose. Die bleibt ja auf jeden Fall. Durch den Kampf mit dem blöden Pullover habe ich den Zieleinlauf gar nicht richtig geniessen können, das kam erst hinterher als ich langsam begriff, ich habs geschafft, sogar besser als geplant, und besonders kaputt war ich auch nicht. Und als 15 Minuten später immer noch Läufer eintrafen. Nicht letzte geworden. Mich gut dabei gefühlt. Einen grossen Schritt weiter gekommen. Weitermachen. Auf jeden Fall!
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