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Letzte Änderung: 02.06.2005
 

Frisch und munter traben wir den Rennsteig entlang

Bildbericht und Kompendium zum Rennsteiglauf am 21.5.2005 von Erwin Bittel

Berge, Berge und Berge und was noch?
Natürlich Wald, Wald und Wald ...

Inhaltsverzeichnis

Das Rennsteig Kompendium von Erwin

Bildbericht Teil 1 - Uli die Rennsteighexe

Bildbericht Teil 2 - Na denn Prost!

Bildbericht Teil 3 - Schnapszahl

Bildbericht Teil 4 - Cheerleaderleins

Bildbericht Teil 5 - Das Kilometer Nummernmännchen

Link zum Veranstalter des Rennsteiglaufs

 

33. Rennsteiglauf am 21.05.2005 – Ein kleines Kompendium von Erwin

Es war warm und schwül, mal 30 Minuten Regen, am Ende viel Sonne. Wahrhaft kein einfaches Wetter! Doch bei guter Einteilung klappt es. - Zu dritt durch den ewiglangen Wald. Wie drei Nixla nur sooo weit laufen können?!?

Nixla kommt nicht von „Nixe“, obwohl da auch ein paar unterwegs waren, sondern kommt von „nichts“. Na ja, die Lang-Läufer sind eben schmal gebaut. Die meisten jedenfalls. 
Es ist von uns ja schon ein par Mal über den Rennsteiglauf geschrieben worden. Daher will ich hier mal ein kleines Rennsteig-Kompendium wagen. Wie fühlt sich jemand, der zum ersten Mal dabei ist? Was zieht man an? Wie isst man, was trinkt man? Welches Tempo wählt man? Welche Schuhe, welche Socken? Und all die kleinen Details eben. Wo gibt es Unterschiede zwischen HM, M und SM?  Ich will dann auch etwas über die Läufer und die Stimmung vor während und nach dem Lauf schreiben. Und zum Schluss Stimmen erzählen lassen, wie es ist hinterher: was bleibt?
Es gibt den 72,7km-Supermarathon (SM), den 43,1km Marathon (M) und den 21,1km Halbmarathon (HM). Die meisten Läufer sind aus Thüringen, klaro. Wir haben von Nürnberg aus 3 Stunden Autofahrt bis Schmiedefeld (Ziel aller Läufe) und weitere 1,5 Std. Busfahrt bis Eisenach (Start SM).
Auf der offiziellen Seite
www.rennsteiglauf.de und in der 48 Seiten dicken Rennsteiglauf-Zeitung, die jeder Läufer mit der Anmeldung erhält steht ja vieles. Zahlen, Fakten, Historie, Streckenhinweise, Verpflegungspunkte, Busverbindungen. Aber es steht dort eben nichts Persönliches. Das kommt nun hier ...

Start in Eisenach

Elf Grad am Morgen um 6 Uhr. Na, das ist ja fast warm. Ich denke mir, wenn es mich schon am Start nicht friert, dann wird es warm. Wir dehnen uns 15 Minuten. Vorsichtig taktieren und langsam los laufen! Viele machen sich Sorgen um das Wetter. Ich höre es überall. Viele sind in Jacken und manche in lange Hosen gepackt. Regen ist angesagt, und es sieht auch so aus. Doch es regnet am Start noch nicht. Und auch nach 2 Stunden noch nicht. Ha! Ich mag keinen Regen, auch wenn es relativ warm ist wie heute. Ich denke mir, vielleicht bleibt es ja wenigstens bis zur Hälfte trocken. Das muss der Regen gehört haben, denn exakt nach der Ebertswiese und km 37,5 beginnt es zuerst zu nieseln, dann oben am Berg zu regnen. Jacke, jetzt kommt Dein Einsatz. Wofür hab ich Dich denn dabei? Und Jacke ist gut, denn es windet kalt.
Die Nasseinlage dauert nicht lange, schon wird es schwül, und trotz leichtem Regen ziehen wir lieber die Jacken aus. Ein sehr tückisches Wetter. Mit Jacke schwitzt man, ohne Jacke friert man. Doch die 20 Minuten mittelschwerer Regen sind auszuhalten. Auch auf der Höhe, wenn der Wind von schräg kalt weht.

Gehsteig – Rennsteig

Unsere Taktik (nicht erst seit heute): auf der Ebene traben wir im langsamen Trainingstempo. Bergab dann die Füße richtig rennen lassen: darum heißt es „Rennsteig“. Die Steigungen werden gegangen: könnte man jetzt sagen „Gehsteig“. Mit dieser Taktik kommen wir am leichtesten ins Ziel. Es funktioniert.

Man trifft Leute

Wenn man nicht so eifrig unterwegs ist, Ultra laufend eben, dann begegnen uns Leute. Wir treffen Andrea bei km 5, sie bleibt eine Stunde bei uns und wir unterhalten uns. Wo kommst Du her? Ach wir haben einige gemeinsame Bekannte. Was hast Du heute vor?
Plötzlich grüßt mich Andreas bei km 20. Wir trafen uns vor kurzem auf einem anderen Lauf und erzählen uns wie jener für uns zu Ende ging. Wir sehen ihn noch ein paar Male, aber bald geht er sein eigenes Tempo.
Wir lernen Frank kennen, so bei km25, und erstaunlich, er bleibt bei uns dreien. Immer wieder kommt er von hinten. Wir fürchten schon, dass wir zu viert einlaufen werden und den Zielkanal verbreitern müssen. Wir erzählen uns viel, lachen oft. Manchmal steht auf einem Shirt etwas, das zum Gespräch anregt. Würzburg Marathon, Schwäbisch Alb Ultra, Swiss Alpine, Team Klinikum Nürnberg, „Pain is temporary, Pride is forever“. Dann spricht man sich an, und wir erzählen uns etwas über oder um den Lauf, woher wir sind, erzählen uns manchmal einen Witz oder ein nettes Lauferlebnis. So entstehen Lauffreundschaften.

Zum ersten Mal dabei

Ich glaube jedem ist es vorher mulmig im Bauch. Wochenlang mit steigender Tendenz.
Hier wie es bei meinem ersten Mal lief: SM Bericht Erwin 2002
Weitere Erlebnisberichte:

Irgendwann kommt jeder mal hier her...

Tipps zum Laufen

Fangen wir mal mit den ganz praktischen Tipps an.

Was zieht man an?
Bitte nicht zu warm anziehen. Eine Jacke, die man ausziehen und umbinden kann ist ideal. Kurze Hose, aber Vorsicht, es kann zwischen den Beinen reiben. Träger-Shirt oder halbarm. Vaseline an die Lippen, an alle Stellen, die reiben könnten, auch an die Zehen. Lieber anfangs 10 min frösteln, es geht ja 25km bergauf, da friert bald niemand mehr.

Wie isst man, was trinkt man?
Der Rennsteig hat so seine Eigenheiten wie sonst nirgends: Thüringer Cola, Schmalzbrote wahlweise mit Schnittlauch oder Gurke, heiße Würstchen, trockenes Brot und Thüringer Knackwurst. Und natürlich den „Schleim“. Ich muss sagen, ich hatte Respekt vor dem Experiment ihn zu probieren, aber jetzt schwöre ich drauf. Sehr leicht zu trinken (als „Schleim-Suppe“), bestens verdaulich, prima lecker! Und jedes Mal ein anderer Geschmack: mal Heidelbeere, mal Mandarine und am besten Himbeere. Da werden Bananen oder Äpfel langweilig. Trinken so oft und viel es geht. Wasser schmeckt bald nicht mehr, aber es gibt Schorle, Cola (wer es mag), immer warmen Tee (auch den kann man bald nicht mehr sehen) oder Suppe. Mit Essen frühzeitig anfangen, spätestens nach 2 Stunden, denn am Ende braucht man die Energie.

Welches Tempo wählt man?
Gehen wir mal vom Marathon-Bestzeit-Tempo aus: den SM läuft man etwa 30% langsamer.
Als 3:50-h-Marathonläufer kann man etwa 8:45 Stunden planen oder wie wir das ganze in 9 Stunden mit Ruhe an den Verpflegungspunkten laufen.
Ein 4:12-h-Marathonläufer auf ebener Strecke wird dagegen im knappen 8-min-pro km-Tempo laufen und in etwa 9,5 Stunden ankommen. Das ist oft langsamer als das langsamste Trainingstempo! Viele 30er-Trainings-Läufe sind von Vorteil (spürt man gegen Ende zu). Keinesfalls zu schnell los. Aber wem sage ich das? Jeder weiß es und ;-) keiner macht es. Trotzdem lieber anfangs 5 Minuten pro Kilometer mehr Zeit lassen!

Welche Schuhe, welche Socken?
Neue Schuhe auf gar keinen Fall. Die ältesten sind gerade recht. Wir sehen auch zum Teil wirklich totgelaufene Treter. Die Schuhe sollten feste Sohlen haben, aber das haben ja heute alle Marathon-Schuhe. Schuhe eine Nummer größer als sonst ist anzuraten. Dickere Laufsocken sind gut, aber nicht nötig. Wer Sorgen mit Blasen hat: vorher die Zehen abkleben. Schon vor km 20 laufen wir auf heftigen Wurzelwegen

Unterschiede zwischen HM, M und SM?
Die HM-Strecke ist identisch mit dem Ende des SM. Der Marathon ist eine komplett andere Strecke, uneben aber nicht mit so großem Höhenunterschied. Beim HM gibt es am Vorabend in Oberhof eine große Party, beim SM ist in Eisenach um 23 Uhr Schlafesstille. Ich habe in Eisenach immer urige Typen kennen gelernt, Laufberichte mal der ganz anderen Art, lustige Biertrinker am Vorabend. Beim SM kommt man über einige 900er Bergrücken, oft ist oben Nebel. Wir haben heuer viel Nebel bei km 45. Man kann herrliche Gipfelfotos am Inselberg machen (910m bei km 25) und am großen Beerberg (höchster Punkt, km 62), wenn man noch kann. Bei km 37,5 an der Ebertswiese ist ein kleines Fest, Kinder applaudieren, fast ein kleines Volksfest.

Die Unterbringung?
Also wir sind in Eisenach spät angekommen am Vortag und finden nur noch Platz im Flur oder Treppenhaus des alten Gymnasiums. Die Klassenzimmer sind voll. Jeder liegt auf seiner Isomatte, eingerollt im Schlafsack. Aber es ist okay. Gut, man kann schlafen.
Ein Tipp: Ohrstöpsel gegen unerwünschte Nachtgeräusche. Kissen ist ein Muss.

Die Läufer, die Stimmung vor während und nach dem Lauf?
Es gibt hier wirklich seltene Gestalten, meist über 50, oft unterschätzt man das Alter. Manche laufen mit Hund (immer an der Leine), manche in Uli die RennsteighexeKostüm (Hallo Hexe Uli!) oder mit Aufklebern „Rennsteig SM 25tes Mal“. Und nicht immer sind Schuhe und Bekleidung aus diesem Jahrzehnt. Aber das ist das Schöne: kaum gestylte Läufer hier. Die Ultra-Stimmung ist äußerst kameradschaftlich, es wird immer viel geredet, außer eben zum Schluss dann, logisch. Man kümmert sich um seinen Nebenmann, erzählt, lenkt sich ab. Zwar läuft jeder für sich, doch manchmal gerne einen Schritt langsamer als man könnte, wenn sich nette Plaudereien ergeben. Irgendwann geht dann einer weiter nach vorne, man verabschiedet sich. Und wenn man sich eine Stunde später wieder trifft, was oft vorkommt, dann gibt es wieder was zu erzählen. Mal steht ein Bläsertrio voller Enthusiasmus (km 20), mal ein einsamer Trompeter an einem dicken alten Baum (km 34). Danke! So werden die Stunden nicht so einsam. Und bei der Hälfte steht jedes Jahr der Herr im Filzhut und bläst jedem (wirklich jedem) Läufer aus seinem Alphorn (eine Thüringische Hirten-Schalmei, ich habe ihn heuer gefragt!).

 

Tipps für während des Laufens:
Die Pieselpausen finden beim Rennsteig, wie bei allen Ultras bereits ab km 0,5 statt. Nee, ohne Scherz. Das fällt mir immer wieder auf. Keine Ahnung wieso schon so früh? Ist aber im Wald problemlos. Und was macht man wenn man mal „groß“ muss? In Ruhe ein Plätzchen suchen und na ja... entweder Tempo-Taschentuch, wenn man eines dabei hat... oder (und dieser Tipp muss unter uns Naturfreunden erlaubt sein)... Moos.

Abends im riesigen Festzelt in Schmiedefeld ist die Bombenstimmung, so richtig laut nach der Waldesstille. Mir fast zu viel Getümmel. Eine Liveband spielt, es gibt Suppe, Bier, was man will. Viele, viele bleiben bis in die Nacht. Und manche nochmals über Nacht.

Und was bleibt?

  • Stolz, das man es geschafft hat. Freudenschrei, Umarmungen, ich liebe Euch alle, will die Welt mit Euch teilen. Freundschaften, Stunden gemeinsamen Laufens (oder Leidens, das verbindet).
  • Hey, mailen wir uns, wollen wir uns bald wieder treffen?
  • Hey, da komm ich wieder her, das war eine einzigartige Stimmung, so viele Leute, prima und engagiertes Publikum, geniale Verpflegung.
  • Das größte Ultra-Event Europas, Europa-Cup, 10.000 Läufer laufen am selben Platz ein.
  • Das unschlagbare Gefühl mit 45 noch ein jungen Läufer zu sein.

Weitere Stimmen zum Lauf

Der 21malige alte Rennsteig-Hase Uli findet:
Was nach dem Rennsteig bleibt? - Überall noch alles grün um mich herum, weniger "Muskelgekatere" als nach einem Asphalt-Stadt-Lauf, viele neue Kontakte zu nett verrückten Läufern, der Nachgeschmack der großartigen heimatlichen Thüringer Kartoffelklöße, viele Mails mit Glückwünschen, Traurigkeit dass schon wieder alles vorbei ist, starke Motivation endlich Normalgewicht runter zu bekommen, nicht unbedingt wieder in Schmiedefeld neben dem lauten Festzelt campieren.

(Mehr Stimmen folgen in Kürze)

Und es bleibt uns dreien das ewige Gefühl: „unglaublich, dass ein Nixla so weit laufen kann“!

Auf Wieder-Sehen, Erwin vom „Team Bittel“

  
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