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Team Bittel Ammerndorf 2002 Team Bittel
  
Literaturtipps zum Thema Marathon

 

3. Biberttal-Marathon in Ammerndorf
am 22.09.2002

Team Bittel

von links sitzend: Dietmar, Ernst, Joachim und Erwin
von links stehend: Stefan, Claudia, Thomas, Jürgen und Hans

Literaturtipps zum Thema Marathon und Ernährung

mit von der Partie Team Bittel:

Halb-Marathon: Claudia Knobloch, Kerstin Buchacker, Ernst Schmidt und Mike Eckstein

Marathon: Dietmar Huber, Erwin Bittel, Hans Lauth, Joachim Simon,  Thomas Schmidtkonz, Stefan Knobloch, Wolfgang Ammon

Inhaltsverzeichnis

Team-Statistik Bericht von Erwin Bericht von Thomas Bericht von Joachim
Bewertung Impressionen   Literatur

 

Ein bißchen Team Bittel Statistik

Die Zeiten und Platzierungen der Marathonteilnehmer:

Erwin Bittel 2:46:58 2. Gesamtplatz, 1. in der Altersklasse M40
Wolfgang Ammon 2:55:57 8. Gesamtplatz, 1. in der Altersklasse M30
Hans Lauth 3:01:47 13. Gesamtplatz,
Stefan Knobloch 3:10:33 23. Gesamtplatz,
Joachim Simon 3:20:52 28. Gesamtplatz,
Dietmar Huber 3:28:28 61. Gesamtplatz,
Thomas Schmidtkonz 3:34:47 83. Gesamtplatz,

 

Die Zeiten und Platzierungen der Halb-Marathonteilnehmer:

Claudia Knobloch
Kerstin Buchacker
Mike Eckstein
Ernst Schmidt

 

Bericht von Erwin

Wieder bestes kühles Laufwetter, ein kühner Versuch glückte! Wie laufe ich 2:50 h ohne große Anstrengung???

Hallo liebe Freunde!

Ich sage nicht, dass ich wieder verschlafen habe. Nein. Aber es war so. Ich habe mich nachgemeldet, und es war wieder einmal fast eine halbe Stunde vor dem Start als ich ankomme.

Na, über die Strecke schreibe ich diesmal nichts mehr, ich kenne Sie, und Ihr könnt es nachlesen wenn ihr wollt unter Ammerndorf 2001. Jedenfalls eine sehr schöne, waldige Strecke, sehr gleichmäßig und flach, und es war bestes Wetter dazu: kühle 10 Grad am Start, kein Wind oder sonstiges Wetter und trockener Boden. Na, das wird was werden, denke ich mir! Auf geht s!

Ich habe mir für heute einiges vorgenommen. Ich nehme mir selten was vor, aber am Freitag, also vorgestern Abend hatte ich so einen Gedanken. Was für einen? Na, "ich möchte mal unter 2:50 h laufen und das ohne große Anstrengung". Das ist nicht einfach! - Mit perfekter Ausrüstung und in idealer Umgebung wäre es möglich. Mit bestem Wetter also, optimaler Vorbereitung, mentaler Höchstleistung, perfekter Taktik und einem spirituellen Glückstag wäre es wohl möglich. Aber einfach so...? - Na, ich weiß nicht. Das wird ein echtes Abenteuer! Ob ich das schaffe?

Ich habe etwas Sorge und erzähle es niemandem. Auch nicht meiner Frau oder meinen besten Freunden. Ich möchte das alleine für mich machen. Aus Neugier, ob das geht. Und was wenn es nicht klappt? Ich mag es nicht an irgendwelchen Krämpfen oder Schmerzen, Blasen oder Übelkeit, Sehnenproblemen oder einfacher Lustlosigkeit tage- oder wochenlang zu leiden. Das ist nicht angenehm. Lieber bleibe ich liegen und schlafe weiter. - Doch ich wage es, denn ich bin viel zu neugierig.
Nach einigen Worten vor dem Start mit Freunden vom "Team Bittel", die vielleicht später zu Wort kommen, mache ich das was ich immer mache, heute nur für mich und mitten im Gedränge der Leute: Dehnen, Strecken, Lockern. Ich laufe mich warm. Und ich versuche aufzuwachen.
Der Organisator, Manfred Falk, gibt des Startsignal direkt neben mir. Ich stehe ganz vorne. Bin müde und nicht richtig wach. Stehe neben Wolfgang. Und schwupp los geht es! Durch die hundert applaudierenden Zuschauer, raus zum Wendepunkt bei km1.
Wolfgang und ich sprechen auf den ersten Kilometern, mal sehen, ob es so wird wie letztes Jahr? Wieder bestes Laufwetter! Bleiben wir eine Weile zusammen, okay! Ganz ruhig angehen lassen. Ich vergesse dabei für einen Moment was ich vorhabe. Km5. Meine Uhr piepst wie immer alle 10 Minuten. So dann auch bei km10. Vielleicht sollte ich mal die Bedienungsanleitung studieren, wie man das Piepsen ändert? Aber heute ist es ganz nützlich. Ha, laß mal rechnen, das heißt: genau auf "Kurs 2:49 h". Klaro, bis jetzt geht das gut. Auch noch bis km15, wo ich mittlerweile einige Läufer eingeholt habe. Ich frage mich, wie ich das aus dem Gefühl heraus immer wieder schaffe so konstant zu laufen. Ich schaue eigentlich selten auf meine Uhr, eher auf den Puls. Und der passt heute gut. Aber ob das so bleiben wird?
Egal, oberstes Prinzip ist "locker bleiben und mich keinesfalls irgendwie groß anstrengen". Ich lasse es laufen. Wetter gut, Schuhe gut, Beine gut, Boden gut, Strecke bekannt. Ich verschlucke mich auch nicht beim Trinken, das Wasser ist nicht zu kalt, nicht zu sprudelig. km20. So langsam auf dem Weg zum Wendepunkt wird mir klar, dass ich meine Sorgen in den bewölkten Himmel steigen lassen kann, denn es wird klappen!
Ich spüre es! - Dann der Wendepunkt. Jetzt geht es zurück, bergab - habe mich darauf gefreut - den mich aufmunternd grüßenden Gesichtern meiner "Team-Bittel"-Lauffreunde entgegen. Wolfgang, Hans, Stefan, Uwe, Joachim, Dietmar und ganz überraschend auch Thomas. Den hätte ich nicht erwartet. km 24. - Jetzt konzentriere ich mich wieder in mich hinein. Eine angenehme Wärme steigt in mir empor. Mir kommen ein paar gute Freunde in den Sinn, die ich irgendwie plötzlich sehr nahe spüre bei mir. Ein beruhigendes Gefühl, deren Energie hier zu haben. Okay, es wird also klappen. Juhu! km27. Ich laufe neben Fred, unterbreche meine Gedanken für ein paar Momente. Fred wird es genauso schaffen wie ich. Das freut mich für ihn. Doch schon treibt mich wieder meine Neugier weiter: "Gut", sage ich mir, "es geht also". - Aber wie wird es sein? km30.

Neugier.

So langsam beginnt der Count-Down der Kilometer, die mir engegenkommen. Ich breite meine Flügel aus, und irgendwie ziehen meine Gedanken nach oben, gen Himmel. Prima, dass dabei die Füße auch mitsteigen und leichter werden. Aha, so ist das also. Fred ist unweit hinter mir, ich weiß es, auch wenn ich ihn nicht mehr höre. Langsam überhole ich mehr und mehr Läufer. Es sind einige der Halbmarathon-Läufer. Einem kämpfenden Marathon-Läufer, den ich bei km35 passiere kann ich nicht viel helfen. Er weiß alles selbst.
So laufe ich und denke bei mir resümierend: du brauchst absolute Lockerheit und ein gigantisches Selbstvertrauen. Dann suche Dein spirituelles Ich und lerne wie die Tibeter beim Laufen möglichst wenig den Boden zu berühren. Lerne langsam zu laufen, dann wirst Du schneller! Natürlich musst Du viel und regelmäßig laufen zuvor. Nicht soviel wie die meisten denken, aber doch einige Kilometer. Klaro, denn ohne Körpertraining geht nix. Dann lass Dich beim Lauf von nichts und niemandem ablenken von Deinem Traum, so als wäre es ein Trainingslauf. Das ist es im großen und ganzen. Es geht! Vielleicht klingt das nicht einmal spektakulär, aber für mich ist es das!

Meditation.

Dann naht schon km40. Ich blicke aufwachend in die Ferne, was sich auf dem Weg vor mir alles tut. Die ersten Zuschauer, immer mehr Halbmarathonis, zwei Radfahrer begleiten Läufer, Applaus von der fleissigen Feuerwehr. Ich erwache aus meinen Gedanken. Und ich sehe den führenden Manni in nicht weiter Entfernung. Wir kennen uns ein wenig. Er wankt und ich komme ihm näher. Überholen?

Ehrlich gesagt, ich bin zu faul. Und zu meinem Tag heute passt das irgendwie nicht. Manni, lauf weiter!
Wie eine Meeresbrandung schlägt mir die Begeisterung der Zuschauer auf den letzten hundert Metern entgegen. Ganz schön laut, denke ich, bin im Ziel und bin wach.

Es geht!

Erwin

 

Bericht von Thomas

Die "Hatz" im Bibertal - Diktat der Zeit

Zwei Wochen nach dem Jungfrau Marathon beschloss ich spontan 1 1/2 Stunden vor dem Startschuss einen Marathon in neuer persönlicher Bestzeit zu laufen. Der Bericht schildert wie es mir dabei erging...

Vorgeschichte

Letztes Jahr lief ich beim Fränkischen Schweiz Marathon wider meines Erwartens in 3:38 eine neue persönliche Bestzeit.
Bei drei weiteren Marathons scheiterte ich dann "kläglich" an dem Versuch diese Zeit nach unten zu drücken. 
Dann hatte ich die "Schnauze gestrichen voll".
Plötzlich hatte ich keine Lust mehr auf Zeit zu laufen. Ich wollte wieder Marathons unbekümmert genießen und mich nicht mehr dem Diktat der Zeit unterwerfen. So kam ich auf die Faszination Berglanglauf, wo das Thema Zeit relativiert wird. Beim Swiss Alpine K78 z.B. war ich zwar fast 12 Stunden unterwegs, aber diese 12 Stunden waren ein wahrer Genuss. Hätte ich jedoch das Tempo um 2-3 Stunden forciert, hätten da auch leicht 9 - 10 Stunden Horror daraus werden können.
Fakt ist: ich lernte es langsam zu laufen.

Zwei Wochen vor dem Bibertal lief ich schließlich meinten bislang schönsten Marathon den Jungfrau Marathon über dessen Schönheiten man Bände füllen könnte.

Aber trotz alledem reizte es mich verständlicher Weise immer noch diese "verfluchten" 3:38 zu knacken. So sagte ich mir, versuch das mal einfach Ende Oktober in Frankfurt und mache dazu ein kleines Aufbautraining. 
Das begann montags 6 Tage vor dem Bibertal Marathon mit ein paar leichten 500 Meter-Intervallen.
Dienstags lief ich dann 7 km ganz langsam.
Am Donnerstag lief ich dann mit Thomas Schlicker gemütlich in 2 1/2 Stunden gute 20 km bei uns durch den Wald. 
Am Samstag folgte ein 16 km langer Lauf mit meiner Frau in guten 2 Stunden in der Fränkischen Schweiz.
So bin ich gut vorbereitet, als ich mir morgens um 7:40 bei Ammerndorf überlege, ob ich mich nicht für den Marathon statt wie geplant für den Halbmarathon nachmelden solle...

Ich gucke noch mal gen Himmel, ob sich auch wirklich nicht zu viel blauer Himmel zeigt, da ich ja Sonne und Hitze gar nicht mag. 
Es sind zwar ein paar blaue Stellen zu sehen, aber ich vertraue der momentanen Kühle, Windstille und den gen Westen verstärkt auftretenden Wolken.
Also reihe ich mich bei den Marathon-Nachmeldungen ein und wage ganz einfach diese verrückte und unvernünftige Idee.

Als Ziel setzte ich mir spontan eine Zeit um die 3:35. Ich will also den Kilometer so in 5:05 durchlaufen. Für die erste Hälfte plane ich so 5:00 und für die 2. Hälfte so 5:10 pro Kilometer ein. Wenn ich zu einen Zeitpunkt merke, dass es nicht klappen sollte, werde ich halt einfach den Rest "durchtraben".

Nach meiner heimlichen Nachmeldung treffe ich eine Reihe vom Team Mitgliedern, denen ich aber nichts von meiner Entscheidung verrate.

Der Startschuss fällt und los geht die Hatz...

Ich gehe erst in der vorletzten Minute in den Startblock und reihe mich ziemlich weit hinten ein. Und schon fällt das Startkommando.
Bereits nach 11 Sekunden passiere ich die Startlinie. Ja, das hier ist ein kleiner Marathon mit relativ geringem Teilnehmerfeld.
So setzt sich der Lindwurm auch schnell in Gang. Da ich recht weit hinten bin, muss ich einige Läufer überholen. 
Ich versuche das aber verhalten zu machen, um nicht gleich am Anfang überflüssige Kräfte zu vergeuden.
Irgendwann bin ich dann hinter dem 3:45 Zugläufer. Ich denke der müsste ein für mich gutes und gemäßigtes Anfangstempo laufen. Als ich dann recht schnaufe und in 4:45 Nettozeit die Kilometermarke 1 passiere werde ich eines besseren belehrt. Gleich versuche ich mein Tempo etwas zu drosseln.
Also das ist doch für 3:45 - Läufer gerade am Anfang viel zu schnell!

Bald hinter dieser Marke kommen uns schon wieder die ersten Läufer entgegengelaufen, da wir bald die erste Wende passieren.
Ich sehe zuerst Erwin entgegenkommen, der etwas erstaunt guckt. Nicht minder erstaunt schaut Stefan etc. etc. Keiner hat ja geahnt dass ich heute einen Marathon laufe. Die Überraschung ist geglückt.

Nach etwa 3 Kilometern passieren wir wieder die Startlinie, wo uns das letzte Mal vor dem Zieleinlauf viele Zuschauer begrüßen.
Nun folgt ein Landschaftslauf auf einer ewigen Geraden durchs liebliche Biberttal. Besonders angenehm ist, dass wir hauptsächlich auf fein geschotterten Fahrwegen laufen. Der Asphaltanteil ist erträglich gering. Ein kürzeres Stück führt auch auf einen lieblichen Waldweg.

Da wenig Abwechslung geboten ist, schweifen bald die Gedanken woanders hin und so rauscht alle knappen 5 Minuten eine Kilometermarkierung nach der anderen an mir vorbei. Das ganze wird nur durch die Verpflegungsstellen alle 5 Kilometer unterbrochen. Die Verpflegung selbst ist für deutsche Verhältnisse recht gut. Es werden neben Wasser und ISO-Getränke auch Bananen, Müsliriegel und sogar Cola angeboten.
Ich begnüge mich meist mit Wasser, das ich dazu nutze alle 5 Kilometer mein Power Gel runter zu schlucken.

In Dietenhofen machen ein paar Kids und Feuerwehrleute gute Stimmung.

Letztes Jahr jammerten einige über eine Steigung, die kommen sollte. Ich erwarte sie so sehnlichst und kann sie nicht finden. Einmal geht es kurz durch einen Wald über einen kleinen Hubbel. Sollte das schon der Anstieg gewesen sein?

Bei Kilometer 20 liege ich mit knapp 1:39 gut in der Zeit, aber ich ahne, dass ich wegen der Anstrengung mit dem Bergmarathon vor zwei Wochen wohl in der zweiten Hälfte etwas langsamer werden muss.

Nun nähern wir uns langsam der zweiten Wende und schon kommt uns der führende Läufer entgegengelaufen. 
Es dauert gar nicht lang bis Erwin so als glaub ich Vierter entgegenkommt. Ich rufe ihm zu, dass er gut aussieht, was nicht wie so oft in solchen Fällen geheuchelt ist. Ich sage: Die packst Du und schon ist er weg. 
Nicht gerade ewig weit hinter ihm folgt Hans. Auch er sieht noch sehr frisch aus. Wir klatschen uns gegenseitig ab, er mit der rechten Hand, ich mit der linken und feuern uns so gegenseitig an.
Und schon folgt Stefan. Auch wir klatschen uns ab. Er scheint etwas Schmerzen am Oberschenkel zu haben, aber er liegt auch sehr gut in der Zeit.

Etwas später kommt mir Joachim entgegen. Er begreift das nicht mit dem gegenseitigen Händeklatschen. Na ja egal, es war zumindest einen Versuch wert. Auch er sieht noch sehr frisch aus und liegt verdammt gut in der Zeit.

Zuletzt sehe ich Dietmar und schon folgt die Wende. Er ist also zu diesem Zeitpunkt gar nicht soo weit vor mir.  Das zeigt mir das ich gut in der Zeit liege.
Auch sehe ich immer wieder ab und zu sogar mal den 3:30 - Zugläufer mit Anhang am Horizont.  Aber da sie doch etwas schneller sind, verliere ich sie dann nach und nach wieder aus dem Blickfeld.

Zuerst kann ich aber noch einmal bis ca. Kilometer 26 mein bisheriges Tempo gut halten, da es nun immer ganz leicht bergab geht.
Ich muss nun an den Jungfrau Marathon denken wo es bei Kilometer 26 erst so richtig mit den Steigungen losging.
Na ja das bleibt uns heute erspart.

Mit den Kids in Dietenhofen veranstalte ich eine Laola-Welle. So kommt wenigstens etwas Stimmung in die Bude.

Bei Kilometer 33 liege ich mit einer Zeit von 2:44:59 immer noch in einer Durchschnittszeit von 5:00 pro Kilometer.

Da mir aber für heute eine Zeit unter 3:35 reicht beende ich die Hatz für heute und drossle das Tempo nun auf 5:15 bis 5:30 pro Kilometer.
Ist zwar immer noch kein sonderlich gemütliches Tempo, aber man kriegt schon wieder etwas mehr von seiner Umgebung mit. 

So komme ich jenseits der 36 Kilometermarke mit einem Marathonnovizen ins Gespräch. Er sieht schon etwas mitgenommen aus, aber für einen ersten Marathon ist er verdammt schnell. Ich lobe ihn deswegen und so unterhalten wir uns gut über Gott und die Welt. Die oft so harten Kilometer 37 und 38 vergehen so im Flug.

Leider ruft mich wieder das Diktat der Zeit zurück, als ich merke dass wir den letzten Kilometer mit 5:40 zu langsam waren. Ich will die magischen 3:35 nicht gefährden und so muss ich mich schweren Herzens von ihm trennen. 

Die letzten paar Kilometer verdienen nicht viele Worte. Sie gehen relativ ereignislos vorüber. 
Zu meiner Freude überhole ich noch drei oder vier Läufer. Einer davon heißt Georg, wie ich später erfahre. Er ist ein Freund von Stefan wie ich später erfahre. Mal überhole ich ihn, mal er mich. :-) Doch ich gewinne schließlich die Oberhand.

Kurz vorm Ziel entdecke ich Erwin und Hans.  Sie machen ein Foto von mir und ich jubiliere, dass ich trotz Unvernunft zwei Wochen nach dem Jungfrau Marathon meine vorher so schwer zu knackende bisherige persönliche Bestzeit unterbieten werde. Ja wo Vernunft nicht hilft, muss man die blanke Unvernunft herbeirufen... ;-) nicht zur Nachahmung empfohlen.

Nun dürfen wir sogar noch einen kleinen Anstieg hoch. Das macht Spaß und so gib ich Gas. 
Noch besser ist ehrlich gesagt natürlich das Gefälle dahinter, wo ich mit erhobenen Armen noch einen kleinen Spurt einlege.
Fast wie ein Schweizer Uhrwerk habe ich die eingeplanten 3:35 mit 3:34:47 leicht unterboten. 
:-) Kommt das von den Schweizer Bergläufen? Ich denke ja.

Weil wir heute vom Team alle so gut waren und alte Bestzeiten nur so gepurzelt sind, herrscht eine euphorische Stimmung und wir lassen die Veranstaltung nett ausklingen.

Thomas vom Team Bittel

 

Bericht von Joachim

Mein fünfter Marathon (davon der dritte in Ammerndorf).

Trotz der miserablen Wettervorhersage bin ich überrascht als ich um 6:30 Uhr aus den Fenster schaue und es nicht regnet. Langsam packe ich meine Sachen zusammen und freue mich schon auf den Lauf. Brustwarzen abkleben, Füsse mit Vasline einschmieren, Sicherheitsnadeln einpacken, nochmals checken ob ich alles dabei habe. Dann kommt schon Dietmar vorbei, mit dem ich gemeinsam nach Ammerndorf fahre.
Diesmal habe ich gegenüber dem letzten Jahr meine Trainingsdauer verkürzt. 10 Wochen Vorbereitung habe ich diesmal als intentivere Vorbereitung eingeplant. Mein Trainingspensum lag pro Woche bei 68, 58, 80, 69, 90, 67, 96, 80, 100 und 70 km. Dabei habe auch 7 lange Läufe mit 30 km integriert.

Am Nachmeldeschalter treffen wir Hans, Thomas und Ernst aus unseren Team. Kurz drauf erscheint dann auch noch Erwin, der sich hinter einer Sonnenbrille versteckt, um seine verschlafenen Augen von der nicht vorhandenen Sonne zu schützen. Sieht echt cool aus.
Der Marathon startet um 9:00 Uhr, der Halbmarathon wird diesmal auf 9:30 Uhr verlegt, was aber für alle ein Vorteil ist, da man sich dadurch nicht gegenseitig behindert. Hoffentlich wird dies auch den folgenden Jahren so fortgesetzt.
Während ich mich einlaufe und dehne überlege ich mir was ich heute eigentlich so vorhabe. Verlockend ist sicherlich der 3:15 Zugläufer, aber eigentlich ist der doch ein paar Minuten zu schnell für mich. So um die 3:20 bis 3:25 wären ganz okay, also beschliesse ich erst mal locker loszulaufen und später zu entscheiden was ich daraus mache.
Am Start treffe ich dann noch Uwe und schaue ganz gespannt zur Startlinie wo sich der 3:15 und 3:30 Zugläufer in der ersten Reihe postiert haben. Die Aufregung nimmt zu und die Läuferinnen und Läufer werden schon seit Minuten aufgefordert sich am Start einzureihen. Dann der Startschuß, das Läuferfeld bewegt sich in Richtung Weinzierlein zur ca. 2 km entfernten ersten Wende. Ich laufe ruhig und gleichmässig, einige Läuferinnen und Läufer ziehen an mir vorbei – wo wollen die denn alle hin. Bei KM 1 schaue ich auf die Uhr 4:35 Min - Ups, fast zu schnell und eigentlich müsste der 3:15 Zugläufer bei mir sein und der 3:30 Läufer hinter mir. Aber ich entdecke beide nicht mehr. Dann kommen mir schon die ersten Läufer entgegen und ich sehe auch Erwin mit seiner Sonnenbrille, Wolfgang, Hans, Stefan und kurz drauf den 3:15 und 3:30 Zugläufer. Dann die Wende und es geht zurück nach Ammerndorf. Ich finde langsam mein Tempo und laufe um die 4:45 bis 4:50 den Kilometer. Nach rund 8 Kilometern überhole ich dann den 3:30 Zugläufer mit seiner Gruppe und entdecke einige Meter vor mir Uwe. Ich versuche langsam auf Ihn aufzuschliessen um einige Kilometer mit Ihm gemeinsam zu laufen. Im konstanten Tempo von 4:45 bis 4:50 Min. den Kilometer laufen wir dann gemeinsam in Richtung Dietenhofen und Leonrod zur zweiten Wende. Die Laufstrecke verläuft auf geschotterten und asphaltierte Wegen entlang der Strasse, durch Wald und Ortschaften.
Mein Puls pendelt zwischen 148 und 155 – ganz okay. Einige Kilometer vor der zweiten Wende kommen uns dann schon die ersten Läufer entgegen. Erwin an Position 4 liegend (immer noch mit seiner coolen Sonnenbrille), Wolfgang, Hans und Stefan und ich feuere sie alle an. Bei KM 20 haben wir dann so um die 1:36 Stunden. Langsam wir es auch warm, insbesondere wenn die Sonne zwischen den Wolken heraus blinzelt und ich bin froh, dass ich mich nicht zu warm angezogen habe.

Dann die Wende und es geht zurück nach Ammerndorf. Ich stelle mir die Frage "Kommt heute meine Schwächeperiode und wenn wann". Uwe und ich laufen immer noch gleichmässig und lassen einen Kilometer nach den anderen hinter uns. Bei KM 35 sagt Uwe zu mir "Jetzt fängt das Sterben an und hoffentlich sind wir nicht dabei". Aber davon entdecke ich nichts bei Ihm, statt dessen zieht er bei KM 36 das Tempo leicht an. Aber ich entscheide mich dieses Tempo nicht mitzugehen und lieber mein Tempo weiter zulaufen. Eigentlich sind es zwar nur noch 6 Kilometer, aber die können noch so richtig lange werden. Einsam laufe ich an der Landstrasse entlang in Richtung Ammerndorf und überhole gelegentlich noch einen Läufer.
Dann endlich KM 40 – am liebste möchte ich stehen bleiben und mich in den Rasen legen, aber ich laufe weiter. Dann bei KM 41,5 sehe ich Erwin, der mir zuwinkt und mich auf den letzten Metern begleitet. Er feuert mich und die Menschenmenge an – ja langsam langt es mir – dann KM 42 und es sind nur noch einige Meter – ich sehe Hans der mir zujubelt. Noch 10, 9, ... Meter und geschafft. Ich vergesse auf die Uhr zu schauen und weiss gar nicht genau wie schnell ich war. Ist aber zu diesen Zeitpunkt auch gar nicht so wichtig, ich fühle mich einfach nur gut.

Mein fünfter Marathon, mit 3:20 mein bisher schnellster und eindeutig auch mein schönster. Warum – ja diesmal bin ich die erste Halbmarathonhälfte in der gleichen Zeit wie die zweite Hälfte gelaufen und habe eigentlich keine richtige Schwächeperiode gehabt. Das ich trotzdem geschafft bin ist natürlich klar, aber glücklich geschafft. Ich laufe noch einige Meter aus. Dann kommen auch schon Dietmar mit 3:28 und Thomas mit 3:34 ins Ziel, beide mit auch mit neuer persönlicher Bestzeit. Erwin war mit 2:46 Gesamtzweiter, Wolfgang mit 2:55 und Hans mit 3:01 waren auch sehr schnell unterwegs.
Ich freue mich schon auf die zwei Stück Kuchen, die jeder Teilnehmer kostenlos bekommt und überlege mir schon wieder, ob ich diese Jahr vielleicht doch noch in München oder Frankfurt locker einen Marathon mitlaufe. Da sieht man gleich wie sich ein positiver Erfolg auswirkt.

Beim Halbmarathon war mit Kerstin (1:50), Mike (1:46) und Ernst (1:49) auch noch das Team Bittel vertreten.

Also Ammerndorf vielleicht bis zum nächsten Jahr und macht weiter so. Es war eine schöne Veranstaltung.

Joachim vom Team Bittel

 

Bewertung
Links: Offizielle Website des Biberttal Marathons
Anzahl Marathon-Finisher: 211
Bestzeit Männer: 2:46:50 (Manfred Kilian)
Bestzeit Frauen: 3:11:27 (Monika Hampel)
Wetter: Bedeckt, zwischendurch sonnig, leichter Wind , 10 - 15 Grad also fast optimale Bedingungen
Höhenmeter: Flache Strecke. Geschätzt ca. 50 Höhenmeter oder auch etwas mehr.
Zwei kleine Hügel. Hinwärts geht es talaufwärts. Rückwärts talabwärts. Das kommt einem sehr entgegen.
Schulnote Schönheit der Strecke 2-3
Schöner Landschaftslauf in lieblicher Gegend auf guten Fahrwegen. 
Angenehm wenig Asphalt oder gar Pflaster-Steine und ähnliches.
Flache, schnelle und einfach zu laufende Strecke.
Schulnote Organisation 3-4
Vehemente Probleme bei der Ausgabe der Ergebnislisten. Konnte nur sehr spät und fehlerhaft zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten keine weiteren Klagen.
Schulnote Service
Verpflegung sollte in einheitlicher Reihenfolge gereicht werden. Wasser z.B. am Schluss.
Ansonsten überdurchschnittlich gute und reichliche Verpflegung. 
Am Schluss gab es gratis zwei Stück Kuchen.
Fürs Apré - Laufen sind Tische und Bänke wie auf einer Kirchweih aufgestellt und es gab gegen Entgelt viel gutes zu essen und zu trinken.
Schulnote Zuschauer 
(Anzahl / Motivation)
3-4 
Es handelt sich um eine relativ kleine Veranstaltung / Landschaftslauf. Daher sind Zuschauer sehr rar gesät
Schulnote Gesamteindruck 2-3
Anmerkung Gute Möglichkeit Bestzeiten zu laufen

 

Impressionen vom Wettkampf
Erwin
Erwin
Wolfgang
Wolfgang
Hans
Hans
Joachim
Joachim bei KM 41,5
 Dietmar
Dietmar bei KM 41,5
 Thomas
Thomas bei KM 41,5
 Siegerehrung
Siegerehrung Marathon Männer:
von  lins
Fred Ebersberger (Dritter), Erwin Bittel (Zweiter) und Manfred Kilian (Sieger)
Julia
Julia
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