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Team Bittel Frankfurt 2001 Team Bittel
  

Mein Bericht vom 
20. Frankfurt Marathon am 28.10.2001 

Stau, Regen, Missgeschick gepaart mit einer tollen Marathonstimmung und wie es sich gehört mit 
einem Happy End ...

Infos, Fakten, Tipps von Thomas Schmidtkonz

Thomas Schmidtkonz

Literaturtipps zum Thema Marathon

Marathon-Training

Inhaltsverzeichnis

Kurz vor dem Start Die erste Hälfte Die zweite Hälfte

Kurz vor dem Start

Ich reise frühmorgens am Sonntag von daheim an. Dabei kommt mir entgegen, dass heute Nacht die Zeit umgestellt und der Start auf 11:00 verlegt worden ist.

Da ich schon frühzeitig losgefahren bin, aber so wenig Verkehr auf der Strecke ist, habe ich noch 1 1/2 Stunden Zeit bis der Startschuss fällt.
Ich mache es mir an einem Tisch gemütlich und lese die Runner's World, die jeder Läufer als Beilage zu den Startunterlagen mit bekommen hat.
So vergeht die Zeit schnell. 

Eine halbe Stunde vor dem Startschuss gebe ich meine Klamotten ab und wage mich 15 Minuten vor dem Start in den Regen hinaus.
Wegen der Menschmassen finde ich nur mit Müh und Not meinen Startblock A3.
Ich habe mir ein altes Sweatshirt übergezogen, dass ich beim Startschuss wegwerfen werde. So bleibe ich trotz des Regens die letzten zehn Minuten im Startblock warm.
Die Stimmung ist gut, obwohl wir kaum was von den Geschehnissen bei der Startlinie mitkriegen, die doch 300 - 400 m von uns entfernt ist.

Die anfangs über uns kreisenden Hubschrauber entfernen sich wieder, da die Sicht von oben auf das Geschehnis wohl gleich Null ist.

Die erste Hälfte bis Kilometer 21,1 - 
Ich laufe Slalom, spurte und bremse und verliere so meine Kräfte

Endlich scheint der Startschuss gefallen zu sein, weil es in der Menschenmasse einen Ruck gibt. Aber schon stehen wir wieder.
So geht es ein paar mal bis sich der Lindwurm endlich langsam in Gang setzt. Irgendwo so zwischen 4 und 5 Minuten nach dem Startschuss passiere ich fröhlich marschierend die Startlinie. Nun liegen noch 42195 Meter vor mir, denke ich mir und :-) bin stolz auf mich.

Den ersten Kilometer kommen wir dann noch ganz gut voran. Aber irgendwo vermischt sich unser schnellerer Block A mit den Läufern des Block B, dessen Rasselbande anscheinend zu früh losgelassen wurde. So ergibt sich ein schönes Durcheinander.

Da ich gerne eine Endzeit so um die 3:30 / 3:35 laufen möchte, habe ich nun das Problem, dass mich und die anderen schnelleren Läufer die Vier- und Fünfstundenläufer mehr oder weniger ungewollt behindern.
Der Ausweg heißt dann halt die Randzonen aufsuchen, Zick-, Zacklaufen, zum Überholen spurten und im Notfall bremsen.
Das bekommt den Marathonläufer erfahrungsgemäß gar nicht, wenn er sein Pulver so schon auf den ersten Kilometer "verschießen" muss.

Dieses nervige Überholen hält nun die nächsten guten 10 Kilometer an, bis ich in etwa meine Leistungsgruppe "gefunden" habe.

Dazu regnet es nun auch noch, was mich als Brillenträger mehr voll blind denn halb blind macht. 
Ein Cappie habe ich zwar dabei, aber durch das anstrengende Gelaufe am Anfang wird es mir mit Cappie schnell zu warm. So hänge ich es an meinem Trinkgürtel und versuche blind meinen Weg zu finden. Da hat es der Blinde, den ich ein paar Kilometer später überhole, fast besser da er mit einem roten Band mit einem "Sehenden" verbunden ist, so halbwegs sicher durch dieses Chaos von Läufern unterschiedlichster Leistungsklassen geleitet wird.

Die ersten 10 Kilometer bin ich so entnervt, dass ich kaum was von dem tollen Publikum auf der Strecke mit bekomme.
Zwischen Kilometer 5 und 6 registriere ich die einzige wirklich etwas größere Steigung auf der Strecke. 
Beim Gefälle zwischen 6 und 7 komme ich trotz Zick- Zacklauf ganz gut in Schwung und fühle mich wie ein Slalomläufer.

Kurz danach muss ich den großen Pulk des 3:59 - Zugläufers überholen der fast alles versperrt.

Ich muss nun immer wieder kritisch auf meinen Pulsmesser achten, um den Puls nicht sträflich noch weiter in die Höhe zu treiben.
Bei Kilometer 10 etwa sehe ich auch Kerstin vom Team Bittel die mich anfeuert und so gut aufmuntert.

Nach 12 Kilometern überqueren wir schließlich den Main, der eindrucksvoll unter uns herfließt. Nun laufen wir an Sachsenhausen vorbei. Auf unserer Strecke sehen wir allerdings wenig von den Äppelwoi-Kneipen.

Etwas später prostet uns ein Passant für die Gegend stil-unecht mit Bier zu. Also ein Äppelwoi hätte es da schon sein müssen...

Endlich in Niederrad bei so KM 18 finde ich endlich so was wie einen Rhythmus. Allerdings fühle ich mich schon relativ entkräftet. Mit Angst denke ich an die magischen Kilometer jenseits der 30er Marke.
Trotzdem lege ich vor der Halbmarathonmarke einen kleinen Spurt ein, um diese mit der für mich eigentlich noch ganz guten Zeit von 1:46:22 zu passieren.

 

Die zweite Hälfte bis Kilometer 42,2 - Eine Panne und endlich genieße ich den Lauf

Nun sehen wir immer wieder größere Ansammlungen von Zuschauern, die uns fröhlich anfeuern. Kurz vor Kilometer 25 empfängt uns eine Musikband mit Musik von Jethro Tull wie ein Mitläufer fachmännisch bemerkt.
Es folgt nun wegen der Schwanheimer Brücke über den Main eine länger gezogene Steigung, die sich angesichts der zurückgelegten 26 km bemerkbar macht. 
Nach der zweiten Überquerung des Mains geht es abwärts nach Nied, wo wir den tiefsten Punkt der Strecke erreichen.
Nun laufen wir ins Stadtzentrum von Höchst rein, wo uns besonders viele Zuschauer begeistert empfangen. 
Wir machen nun einen Abstecher zum Andreasplatz. Auf dem Hinweg geht es aber nun wieder "bergan". Daher bin ich erfreut als es nach der Wende wieder bergabwärts geht, wo wir durch eine Gasse laufen, die die Zuschauer gebildet haben.

Wir passieren nun Kilometer 30, wo ich kurz vor der nächsten Trinkstelle mein sechstes Power Gel ohne viel Genuss in mich hineinwürge, um das Defizit im Kohlehydratspeicher meines Körpers auszugleichen.

Nun überqueren wird die Nidda, an der ich mal während einer Dienstreise nach Frankfurt entlang gejoggt bin. Ein empfehlenswertes Refugium für alle Jogger, Byker und Skater in Frankfurt. 
Wir bleiben aber auf der Hauptstraße und biegen hinter Nied auf die langgezogenen Mainzer Landstraße ab.

Die 30 er Marke haben wir nun schon lange hinter uns gelassen. Ich überprüfe alle Kilometer wieder meine Zwischenzeiten.
Zu meinen Schreck erkenne ich nun, dass bei mir die Zeit gar nicht mehr läuft. Irgendwie bin ich auf meiner Stopp-Uhr auf den Stopptaster geraten. Nun kann ich nur noch schätzen wo ich zeitlich liege.

Auf der anderen Seite registriere ich aber erfreut, dass es endlich aufgehört hat zu regnen. Die nassen Füße machen sich allerdings weiterhin unangenehm bemerkbar.

Ab Kilometer 35 häufen sich nun wieder so viele nette Zuschauer, dass ich mich endlich dazu entschließe, das ganze nicht mehr so verkrampft wie auf den vorherigen 35 Kilometern zu sehen, sondern dass ich auch ein Recht habe den Lauf zu genießen und beschließe für heute nicht mehr einer neuen persönlichen Bestzeit nachzujagen.

Ab dieser Stelle laufe ich nun im lockeren Tempo, lass mir an den Trinkstellen Zeit und kriege so auch nun viel mehr von meiner Umgebung mit.

Wir nähern uns nun wieder der Skyline der Wolkenkratzer von Frankfurt, aber bevor wir in die Zielgerade einbiegen dürfen, sollen wir noch ein Schleife zur Hauptwache laufen. Auf diesen Metern bekomme ich dann in letzter Sekunde mit, dass mich Gitta vom Team Bittel anfeuert.
Doch diese Anfeuerung ist erst der Anfang. Nun folgen Menschenmassen wie ich sie bislang nur in Berlin oder Hamburg gesehen habe.
Kilometer 40 bei der Hauptwache, wo ein riesiges Straßenfest stattfindet, ist der klare Höhepunkt des Frankfurt Marathons.
Dadurch aufgemuntert fallen mir die letzten zwei Kilometer auch nicht mehr sonderlich schwer und jogge im Tempo von ca. 10 - 11 km/h Richtung Ziel, dass sich nun endlich in der Ferne zeigt.
Auf den letzten Metern schlage ich mit den Armen wie mit Flügeln zur Belustigung der Zuschauer, wobei mir einer zuruft ich solle gefälligst ins Ziel  einlaufen und nicht einfliegen.

Erfreut nehme ich meine Medaille entgegen und bekomme dazu sogar noch einen Händedruck und Glückwünsche überreicht.
Zu meiner Überraschung erfahre ich kurz danach per Schnellurkunde, dass meine Endzeit bei 3:40:08 liegt, obwohl ich eine Zeit von 3:42 geschätzt hatte. Ich liege damit nur knapp 2 Minuten über meiner bisherigen Bestzeit vom Fränkischen Schweiz Marathon vor 3 Wochen und beende so glücklich meine diesjährige Marathonsaison mit einer Dose alkoholfreien Bier.

Ich möchte die Veranstalter für diesen gelungenen Marathon beglückwünschen. Wenn sie das Durcheinander mit den Läufern der verschiedenen Leistungsklassen auch noch in Griff bekommen, bleibt eigentlich kein Wunsch mehr offen und dem tollen Frankfurter Publikum ist auch zu danken.

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